Artikel des Münchner Merkur Ludwig 2.0 reloaded vom 05.02.2019


MÜNCHNER VOLKSSÄNGERBÜHNE IM KLEINEN THEATER

Blutrünstig und männergeil: In Haar geht der „Vampir-Kini“ um

  • vonSabina Brosch

Haar – Nach „Macbeth“ und „Wa(h)re Männer“, hat Roland Beier mit „Ludwig 2.0 reloaded“, einer „königlich bayerischen Vampirkomödie“ wieder einen Knaller gelandet – mit einem König, der junge Männer „wie eine Stockwurst auszutzelt“. Beier hat das Stück wieder selber geschrieben, viel recherchiert. „Der Kini war ein interessanter Mensch“, sagt er. „Nicht zu beneiden, eingebettet in sein Schloss und schöne Kleider, aber bereits in jungen Jahren mit der Bürde von viel Verantwortung.“ Der „Wiggerl“ sei ja zeitlebens sehr exzentrisch und menschenscheu gewesen. Und als Beier gelesen hat, dass der König gerne mit seiner Kutsche nachts unterwegs war, „da war mir klar warum: der Ludwig war ein Vampir!“

Mit im Stück sind weitere historische Figuren mit Cosima Wagner, (Bärbel Beier), Kaiserin Sisi (Simone Kirst) und auch Ludwigs Bruder Otto (Max Endres), der gern unvermittelt mit lautem Gekicher über die Bühne läuft oder kriecht.

„Das Volk zu Füßen sitzen zu haben – das ist schon was Besonderes“, sagt Kini-Mime Benedikt Stettner

Sein Fimmel für Historisches habe Beier, der seit 30 Jahren auf der Bühne steht, schon vor zwei Jahren zum Ludwig hingezogen. Damals haperte es aber an mitspielenden jungen Männern im 35 Mitglieder starken Verein. Die hat er nun gefunden. Benedikt Stettner (36), im realen Leben Elektriker, ist so einer – er spielt den Ludwig. „Das Volk zu Füßen sitzen zu haben – das ist schon was Besonderes“, schwärmt er von seiner Rolle. Seinen Standardspruch „Wer ist der König?“, wenn einer seiner Untertanen mal nicht spurt, hat er jedenfalls absolut verinnerlicht. Ebenso, wie er dabei royal-abgehoben sein Kinn nach oben streckt.

Die dreimonatige Probenarbeit im Jugendzentrum Route 66 hat sich gelohnt, der bairischen Sprache Unkundige müssen aber mitunter ihre Nachbarn fragen, wenn Worte wie „zutzeln“ oder „die drei Ziefern“ fallen.

Regisseur Beier selbst hat die Rolle von Hoffotograf Albert und Ludwigs Hund übernommen. Zwei Mini-Charaktere, da er nicht mehr im Vordergrund stehen müsse und „mir das ganze Drumgerum viel besser gefällt“.

Ein Teil des „Drumherum“ ist auch das Kleine Theater, in dem „wir heimisch geworden sind“. Beier trauert zwar immer noch ein wenig dem Moosacher Gut Nederling nach – „Da war die Bühne einfach fast doppelt so groß und man konnte schon mal mit Rollerskates oder dem Fahrrad über die Bühne fahren“ – dafür sei die Betreuung mit dem Team des Kleinen Theaters einfach unschlagbar. Auch sei die MVB nun von den Haarern akzeptiert: „Wir haben schon ein beachtliches Stammpublikum aus der Umgebung.“ 

Vorstellungen

Sechs Mal spielt das Ensemble noch in Haar, am Freitag, 8., 15., 22. Februar , Samstag 9. und 16. sowie Sonntag 10. Februar Am Samstag, 23. Februar, gastiert die MVB im KUBIZ Unterhaching. Außer am Sonntag (14 Uhr) beginnt die Aufführung jeweils um 20 Uhr. Karten gibt’s unter www.mvb-ev.de.

By |2019-02-05T23:56:27+00:00Dienstag, Februar 5, 2019|Presse Berichte|0 Comments

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